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Segelcamp
21. Juli 2018
  bis
29. Juli 2018
Hainbergsee

ein Artikel von Jörg Wolf mit Fotos von Mario Jahn

veröffentlicht in der Osterländer Volkszeitung am 29. Juli 2017


Seit 13 Jahren lädt der Seesportclub Meuselwitz kleine und größere Segelfans zum Camp an Hainbergsee oder Haselbacher See. Vorkenntnisse dafür braucht es übrigens nicht: In den neun Erlebnisreichen Tagen werden auch aus gestandenen Landratten richtige kleine Seebären gemacht – versprochen

Lange ausschlafen ist derzeit für 30 Kinder und Jugendliche am Meuselwitzer Hainbergsee nicht drin. "7.15 Uhr ist Wecken und eine Viertelstunde später steht schon Frühsport auf dem Plan", sagt Sven Stakloff. Nein, beileibe sind die Mädchen und Jungen nicht in einem paramilitärischen Camp gelandet. Im Gegenteil: Alle sind sofort quietschfidel bei der Sache, wenn Starkloff und die acht anderen erwachsenen Betreuer zu den morgendlichen Leibesübungen bitten. Die sind ausnahmsweise noch auf dem Trockenen an Land - mit einem kleinen Fußballspielchen oder ähnlichem.

Aber dann zieht es die Kleinen und Größeren notorisch aufs nahe Wasser: Der Seesportclub Meuselwitz, dem der 45-jährige Sven Starkloff vorsteht, veranstaltet veranstaltet wieder sein traditionelles Segelcamp. "Das ist mittlerweile die 13. Auflage", sagt der Vorsitzende mit sichtlichem Stolz. Angefangen habe ganz klein mit einem Wochenende und 3 Kindern, darunter Starkloffs eigene Kleinen. "Mittlerweile sind wir bei neun Tagen und acht Nächten angekommen. In dieser Zeit bekommen die Kinder von uns die Grundlagen des Segelns vermittelt. Und natürlich dazu auch alles, was man in Sachen Sicherheit beachten muss", ergänzt Anne Rothe, die beim Seesportclub Altenburger Land (Scal) als erste Übungsleiterin tätig ist und im Segelcamp mit die Betreuung übernimmt und einige Schützlinge aus dem eigenen Verein dabei hat. Sonst kommen die Teilnehmer im Alter ab sieben Jahren aus dem gesamten Altenburger Land und sogar von außerhalb. Denn mittlerweile hat sich das Segelcamp herumgesprochen.

 "Die ersten beiden Tage vergehen mit der sogenannten Wassergewöhnung. Denn man muss ja davon ausgehen, dass jedes Kind am Anfang seines Weges praktisch als Fußgänger beginnt und vom Segeln, den Abläufen und Regeln keinerlei Ahnung hat", erklärt Sven Starkloff.

Selbstverständlich kommen da auch so gewichtige Dinge wie die Rettung aus der Seenot ins Programm. "Aber wir gestalten dies immer auf eine spielerische Art, dass es nicht bedrohlich wirkt und die Kinder vor allem die richtigen Handgriffe selber ausprobieren und damit verinnerlichen können." Dass da der Spaß niemals zu kurz kommt, zeigt sich schon beim Zuschauen vom sicheren Ufer des Haselbacher Sees.

Klar ist es schon kritisch, wenn so eine kleine Segeljolle Optimist – die kleinste, die es überhaupt gibt und die für Einsteiger gedacht ist – bei Fehlern oder bei heftigen Windböen kentert. Dann gilt es, einen kühlen Kopf zu bewahren.

"Da braucht man kein großes Körpergewicht oder immense Kraft, so ein Boot wieder aufzurichten. Es kommt nur auf die richtigen Griffe und Abläufe an. Wir haben hier auch ein Mädchen mit gerade 24 Kilogramm Körpergewicht, die das ohne Not hinbekommt", meint Starkloff mit einem Schmunzeln.

Die Wasserzeit vergeht wie im Fluge. Mittag, ein erstes Durchatmen. Wie die kleinen Seesportler haben zu diesem Zeitpunkt schon die zwei guten Feen in der Küche eine ordentliche Schicht hinter sich. "Für sie geht der Tag auch um 6.30 Uhr in der Frühe los. Immerhin wird hier alles selbst gekocht und frisch zubereitet. Und Hunger haben hier alle, ist doch jeder praktisch die ganze Zeit in Bewegung." Am heutigen Tag steht Kartoffelsuppe auf dem Plan, so mancher Nachschlag geht locker weg.

 Auch am Ufer des bedeutend größeren Haselbacher Sees. Auf dem mit 335 Hektar größten See im Altenburger Land bei Wintersdorf haben die Größeren des Segelcamps ihr Trainingsrevier eingerichtet. "Klar haben wir etliche, die schon mehrfach im Camp dabei waren. Und die mittlerweile der kleinen Opti-Klasse entwachsen sind", lacht der Vereinschef. Und im Haselbacher See, der bedeutend größere Herausforderungen bietet, sind die jungen Kapitäne mit Kadett-Booten oder den 4/20ern unterwegs. Ja, das hier ist schon technisches Segeln. Und am Haselbacher See habe man durchaus schon mal die Kraft möglicher Windböen erlebt, wenn so eine mächtig in die Segel fährt. "Wir hatten hier mal eine Regatta mit 21 Booten, da hat der Wind mit einem Schlag 15 von denen kentern lassen", weiß der erfahrene Segellehrer. Weshalb die Betreuer hier auch gleich mit zwei Rettungsbooten unterwegs sind.

 Aber die prall gefüllten neun Tage haben die Mädchen und Jungen keineswegs nur auf dem Wasser der beiden Seen oder bei Ausflügen – beispielsweise in den Kanupark Leipzig – verbracht. Manche "Trockenübung" stand auch auf dem Plan. Denn Seesport, speziell der Mehrkampf, ist weitaus mehr: "Dazu gehören auch Wurfleine werfen und die Disziplin Knoten", erklärt Anne Rothe. Jeder Seesportler muss die unterschiedlichen Knoten – wie Slipstek oder Weblein – sozusagen blind drauf haben. "In der Disziplin Knoten müssen derer zehn auf einer Bahn möglichst korrekt und in kürzester Zeit absolviert werden", erklärt die Trainerin. Und mancher bringt es da zu hoher Kunst, bei diesen Verwindungen, die nicht nur beim Segeln unverzichtbar sind, um Boot oder Segel schnell zu sichern. "Der Rekord steht bei 24 Sekunden für zehn Knoten", weiß die 28-Jährige.

 Aber egal, ob auf dem Wasser oder an Land: Irgendwann ist jeder auch noch so prall gefüllte Tag einmal vorbei. Und wenn die Kinder am Abend von ihren Eltern besucht werden, und zeigen können, was sie zuvor gelernt haben, sind sie stolz wie Bolle.

Das Abendprogramm ist dann von der eher gemütlichen Art. "Was auch im Falle von Regen gilt. An den Tagen haben wir das Bootshaus kurzerhand zum Kino umfunktioniert. Aber Langeweile kam nie auf", freut sich Anne Rothe.

 Heute nun enden für dieses Jahr die ereignisreichen Tage mit der obligatorischen Seglertaufe. Sven Starkloff ist aber sicher, dass das Segelcamp auch im kommenden Jahr eine neue Auflage erfährt. "Allein, weil etliche regelrechte Wiederholungstäter sind. Einmal dabei, kommen sie immer wieder. Das funktioniert aber nur, weil hier alle an einem Strang ziehen." Beileibe nicht nur auf dem Wasser, sondern auch am Ufer, wo auch die Landratten einen tollen Job geleistet haben, was die vielen Anfragen beweisen, die alljährlich bei den Meuselwitzer Seesportlern hereinflattern.

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